Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,
labors.at bietet neben dem in Österreich exklusiv angebotenen ersten zugelassenen Alzheimer Demenz Marker (Beta Amlyoid) nun einen weiteren Demenztest, das phosphorylierte Tau 181 (pTau181) an. Beide Tests können mittels einer einfachen Blutabnahme bestimmt werden.
Die bisherigen Alzheimer Demenz Marker erforderten entweder eine Lumbalpunktion und die Messung aus Liquor oder ein PET-CT.
Informationen zu den Parametern
Etwa 100.000 Österreicher:innen leiden an einer dementiellen Erkrankung. 2050 wird diese Zahl auf etwa 230.000 ansteigen – denn mit dem Alter steigen Inzidenz- und Prävalenzzahlen. In Österreich wird jährlich etwa eine Milliarde Euro für die Versorgung Demenzkranker ausgegeben.
Die Alzheimer-Krankheit ist für 60 – 80 % der Demenzen verantwortlich, gefolgt von der vaskulären Demenz (15 – 20 %) und der Demenz mit Lewy-Bodies (7 – 20 %). Andere Demenzformen sind selten (unter 10 %). Mischformen sind häufig.
Die Einlagerungen von Amyloid ß42 Protein (Aß42) und pTau181 sind pathognomonisch für die Entwicklung einer Demenz vom Alzheimertyp. Die dadurch verminderte Konzentration im Liquor und Plasma von Amyloid ß42 äußert sich in einer verminderten Ratio von Aß42/ß40. pTau181 kann direkt im Plasma gemessen werden und liegt pathologisch erhöht vor. Beide Tests können bereits während präklinischen Stadien der Demenz vom Alzheimertyp nachgewiesen werden.
Die Aß42/ß40 Ratio im Plasma korreliert ausgezeichnet mit den im Liquor gemessenen Werten.
Beide Bluttests sind in Europa zugelassen (CE-IVD) und bei labors.at verfügbar.
Die Parameter sind online in unserem Analysenverzeichnis (https://www.labors.at) unter „Beta-Amyloid 42/40-Ratio“ bzw. „pTau181“ zu finden.
Präanalytik
Bitte beachten Sie die Präanalytik:
- Beta-Amyloid 42/40-Ratio
Die Proben müssen gekühlt bei +4° Celsius transportiert werden und innerhalb von 6 Stunden im Labor einlangen. Die Probe darf nicht gefroren werden. - pTau181
Proben im Kühlschrank lagern und spätestens am nächsten Werktag in das Labor senden.
Vorgehen
Beta-Amyloid 42/40-Ratio
- Bitte fordern Sie zeitgerecht noch vor der Blutabnahme eine Akut-Abholung der Probe an (telefonisch unter 01/26053-600), damit wir die Probe auf schnellstem Wege in unser Labor transportieren können.
- Bitte fordern Sie online die Analyse „BETAMYL“ Alzheimer Demenz beta-Amyloid bzw. an, Sie erhalten damit das korrekte Klebeetikett für das K2EDTA Röhrchen. Sollte eine online Anforderung für Sie nicht möglich sein, verwenden Sie bitte diesen Anforderungsbeleg.
- Nach der Abnahme geben Sie das EDTA-Röhrchen in den (bei +4°C vorgekühlten) Kühlcontainer. NICHT zentrifugieren. Bitte planen Sie die Blutentnahme wenn möglich zeitnahe zur Abholung durch unsere Fahrer:innen.
pTau181
- Bitte fordern Sie online die Analyse „PTAU181P“ Alzheimer Demenz pTau181. an, Sie erhalten damit das korrekte Klebeetikett für ein Standard EDTA Röhrchen (K2 oder K3 EDTA möglich).
- Nach der Abnahme geben Sie das EDTA-Röhrchen in den Kühlschrank. NICHT zentrifugieren.
Benötigte Materialien
Beta-Amyloid 42/40-Ratio
- 9 ml Röhrchen mit K2EDTA (Spezialröhrchen)
- Kühlcontainer (bitte im Kühlschrank bei +4°C lagern)
- Anforderungsbeleg
pTau181
- 9 ml Röhrchen mit K2EDTA (Spezialröhrchen) oder K3EDTA (Standard KBB Röhrchen)
- Bitte im Kühlschrank bei +4°C lagern
- Anforderungsbeleg
Das alles können Sie telefonisch unter 01/26053-600 anfordern.
Klinische Informationen
Der empfohlene Weg zur Diagnosefindung orientiert sich an „Hampel et al., Neuron 111, September 20, 2023. „Blood-based biomarkers for Alzheimer’s disease: Current state and future use in a transformed global healthcare landscape.“
Neben Anamnese und Neurologischem Status empfiehlt sich die Durchführung eines kognitiven Screeningtests wie dem Mini-Mental-Status-Test.
Die Messung der Aß42/ß40 Ratio sowie das pTau181 sollte, um andere Ursachen auszuschließen, durch die Bestimmung von Standard-Laborwerten ergänzt werden.
Die Aß42/ß40 Ratio wie auch der pTau181 Wert korrelieren mit dem Vorhandensein von Amyloid Plaques im zentralen Nervensystem. Bei einem negativen Test sind ß-Amyloid Plaque und pTau181 Ablagerungen im Gehirn, wie sie bei der Alzheimerdemenz auftreten können, unwahrscheinlich. Ein positives Ergebnis sollte durch weiterführende Untersuchungen bestätigt werden (Liquorpunktion oder PET-CT Analyse zum Nachweis von ß-Amyloid Plaques).
Interpretation der Ergebnisse
Beta-Amyloid 42/40-Ratio
Eine verminderte Ratio von Aß42/ß40 ist hinweisend auf eine Plaque bildende Pathologie.
- Aß42/ß40: > 0,102: negativ
Ein negatives Ergebnis schließt zu mehr als 95% ß-Amyloid Plaques als Demenzursache aus. Im Allgemeinen ist keine weiterführende Diagnostik zur Abklärung einer Alzheimerdemenz erforderlich. - Aß42/ß40: 0,093 – 0,102: Ergebnis im Graubereich
Möglicher Hinweis auf Pathologie durch ß-Amyloid Plaques im zentralen Nervensystem. Die Wahrscheinlichkeit, dass ß-Amyloid Plaques als Demenzursache vorhanden sind liegt bei etwa 50-70%. In diesem Fall sollte bei entsprechender Klinik und therapeutischer Indikation eine weitere Abklärung zur Bestätigung der Diagnose Alzheimer Demenz erwogen werden (Liquorpunktion oder PET-CT zum Nachweis der Amyloid Plaques) - Aß42/ß40: < 0,093: positiv
Die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Pathologie durch ß-Amyloid Plaques im zentralen Nervensystem liegt bei 90%. Laut Literatur wird eine Bestätigungsdiagnostik empfohlen (Liquorpunktion oder PET-CT zum Nachweis der Amyloid Plaques)
pTau181
Erhöhte pTau181 Werte sind hinweisend auf eine Plaque bildende Pathologie.
- Ein pTau181 Ergebnis <= 0.934 pg/mL ergibt einen negativ prädiktiven Wert (NPV) von 93,8% für das Vorliegen einer ß-Amyloid bedingten Pathologie.
- Ein pTau181 Ergebnis > 0.934 pg/mL ergibt einen positiv prädiktiven Wert (PPV) von 46,6% für das Vorliegen einer ß-Amyloid bedingten Pathologie.
Anmerkung: Die Referenzbereiche wurden mit kognitiv unauffälligen Patient:innen (QDRS Score 0) und auffälligen Patient:innen (Amyloid-PET positiv) ermittelt.
Sollten Sie Fragen haben, stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne beratend zur Seite.
Ihr labors.at Facharzt-Team